Latein „on top“

"Veni, vidi, vici" (Ich kam, sah und siegte)




Im Rahmen der Begabtenförderung bietet das Gymnasium der Stadt Alsdorf ab dem Schuljahr 2016/17 Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen die Möglichkeit, zusätzlich zum Wahlpflichtbereich I, in dem Französisch und Niederländisch als zweite Fremdsprache zur Wahl angeboten werden, bereits in das Fach Latein hineinzuschnuppern und somit vorzeitig eine dritte Fremdsprache – und zwar die „Mutter“ der Sprachen Europas – zu erlernen.

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer Begabung bzw. ihres Arbeitsverhaltens noch Kapazitäten haben, über die gängigen Unterrichtsinhalte hinaus gefordert zu werden.

Dieser zusätzliche Unterricht findet während zweier Daltonstunden statt und tangiert somit weder anderen Fachunterricht noch beansprucht er zusätzliche Zeit vonseiten der Schülerinnen und Schü­ler, da sich diese aus den jeder Schülerin und jedem Schüler zur individuellen Förderung zustehenden Ergänzungs- bzw. Ganztagszeiten ergibt.

Die besondere Stellung dieses Kurses, der zunächst eher einen „AG-Charakter“ besitzt, bietet neben der Sprachvermittlung mehr Möglichkeiten, den speziellen Interessen der Schülerinnen und Schüler dieser Altersklasse zu entsprechen, als es der curriculargebundene Unterricht im WPII gestattet. So können die Fachinhalte beispielsweise wesentlich spielerischer, handlungsorientierter und praxisbezogener unterrichtet werden. Die traditionellen Gegenstände des Lateinunterrichts – wie antike Sagen, antike Geschichte und das Alltagsleben der Römer –, die die Neugier für zeitlich ferne Welten und Kulturen anregen, können in diesem Rahmen sehr ausführlich behandelt werden, was wiederum ein intensiveres fächerverbindendes Lernen ermöglicht.

Das parallele Erlernen zweier Fremdsprachen dürfte vor dem Hintergrund der in diesem Alter und in diesem Adressatenkreis sehr hohen Lernbereitschaft und -freude auch im Sinne der Möglichkeit des kontrastierenden Sprachvergleichs keine Überforderung darstellen.

Ob und zu welchem Zeitpunkt dieser Kurs in seiner Fortführung mit dem Erwerb des Latinums endet, richtet sich nach seiner Entwicklung, d.h. wie lange und ernsthaft er betrieben wird und ob er letzt-lich dem Curriculum und den Latinumsanforderungen gerecht werden kann.

Es lassen sich folgende Vorteile des früheinsetzenden Lateinunterrichts konstatieren:

  • die frühe Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Grammatik und der Funktionsweise von Sprache als Grundlage für ein leichteres und nachhaltigeres Erlernen weiterer Fremd­sprachen
  • die Schaffung eines reflektierteren Umgangs mit der deutschen Sprache
  • das Training der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit
  • die Schulung der Denk- und Analysefähigkeit
  • die Förderung der Konzentrationsfähigkeit und Präzision
  • die Umsetzung der altersgemäßen Begeisterung für die antike Welt